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Multimediales Lernen mit Cartoons und Comics

Posted by dunkelmunkel on 18. September 2014 in Game News |

Ein Blogbeitrag von Gurkensushi

Multimediales Arbeiten ist durch das Internet so leicht wie nie: Auf der Suche nach Informationen stößt man nicht nur auf Text, auch auf Bilder, Comics, Infografiken, Videos, manchmal sogar auf interaktive Spiele oder Programme. Recherche scheint durch die vielen verschiedenen Medien erleichtert und ansprechender gestaltet, doch können wir wirklich von jedem Format etwas lernen?

Da ich als Illustratorin und Designerin arbeite, möchte ich im Rahmen meiner Zulassungsarbeit erforschen, inwieweit beliebte Medienformate zum Lernerfolg beitragen können. Um dies direkt einzuschränken, beschäftige ich mich mit den illustrativen Formaten von Comics und animierten Videos. Beide Formate sind natürlich keine neuen Medien im schulischen Kontext, doch durch YouTube und Webcomics erfreuen sie sich aktuell großer Beliebtheit. Überwachungsstaat – Was ist das?, coldmirrors EU-Reihe und die RSA-Animated-Reihe machen auch bei Jugendlichen die Runde und stellen schwierige Sachverhalte durch illustrative Unterstützung vereinfacht dar. Auch Webcomics wie Heartbleed Explanation verbreiten sich vor allem durch ihre kurze, aber verständliche Darstellung eines Themas. Viele Webcomics – und auch Schulbücher – haben dazu noch wiederholende Charaktere oder visuelle Elemente, um bestimmte Sachverhalte miteinander zu verknüpfen.

Jedoch gibt es oft nur einzelne Videos, die sich auf sehr bestimmte Themen beschränken. Deshalb möchte ich eine Mathematik-Lerneinheit gestalten, die mit Maskottchen, Cartoons und Comics arbeitet und somit herausfinden, wie man diese Formate am sinnvollsten einsetzt und ob der Aufwand dem Nutzen entspricht. Auch möchte ich versuchen einen Übergang zur Interaktivität zu finden, so dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur Bilder bekommen und konsumieren, sondern auch mit ihnen arbeiten müssen.

Allerdings gibt es kaum Untersuchungen, die erforschen, ob diese Formate tatsächlich zum Lernerfolg beitragen oder wie sie bei der Zielgruppe Schüler ankommt. Deshalb habe ich noch einige Fragen, bei denen ihr mir hoffentlich helfen könnt:

  • Gibt es Studien, die den Lernerfolg dieser Formate erforschen? Wie muss nach solchen Studien ein Video/Comic aussehen, um ansprechend Informationen darzustellen?
  • Werden solche „Gesamtpakete“ von Verlagen angeboten? Wenn ja, welche? Und werden diese eingesetzt?
  • Gibt es Lehrvideos, die einen interaktiven Teil beinhalten bzw. die Schüler zur Interaktivität motivieren?
  • Welche Bildsprache ist angemessen für Schülerinnen und Schüler?

6 Comments

  • eni sagt:

    Huhu,

    schöne Gedankengänge. Mit Comics in der sozialen Jugendarbeit hatte ich mich im Bachelor beschäftigt. Jetzt geht es bei mir auch eher in den Bildungsbereich und zum multimedial storytelling. Ich weiss nicht ob dich die Richtung interessiert, aber eventuell sind educational visual novels eine Möglichkeit?
    z.B: http://link.springer.com/chapter/10.1007%2F978-3-642-38027-3_25

    Da wird es nur leider wahrscheinlich kaum etwas zu auf Deutsch geben. VNs werden überwiegend von (jugendlichen) Fans übersetzt und dann natürlich auch selten die aus der Bildungsecke, sondern eher der ganze Romantik- und Erotikkram (*hust* ich weiss von nix *hust*). Es gibt aber Anleitung/Software zum selbst erstellen. Ist nicht so schwer.

    Speziell zu Mathe gibt es Manga die u.a. Statistik erklären (den hab ich sogar – und vermutlich zu so ziemlich jedem anderen Thema). Was ich hier selbst installiert habe ist ein (mittlerweile recht altes) RPG mit dem man Japanisch lernen kann (Slime Forest Adventure). Du merkst schon, ich studiere derzeit parallel Bildungswissenschaften und (Medien-)Anthropologie (Japan) 😉

    Ich weiss nicht, ob Christina Blanch von der Comics Association for Educators eventuell ein Kontakt zwecks Studienfindung wäre. Sie beschäftigt sich mit der (und leitet MOOCs zur) Lehre mit Comics.
    http://ballstate.academia.edu/ChristinaBlanch

    Eine Graphic Novel die ich einmal in einem Projekt mit Jugendlichen eingesetzt habe und immer gerne (auch privat) empfehle ist The Arrival von Shaun Tan. Das Buch ist kein Lehrmaterial, eher Fantasy Genre, thematisiert aber die Hintergründe von Immigration – ohne Text, nur Bilder – in sehr beeindruckender Weise. Es gibt online einige Artikel von Lehrern, die das Buch im Unterricht einsetzen, z.B.: http://dw-wp.com/2010/09/guest-post-teaching-shaun-tans-the-arrival-in-a-secondary-school-english-class/

    LG,
    eni

    • Gurkensushi sagt:

      Danke für den wirklich hilfreichen Kommentar! :).

      Da ich auch schon mit dem Gedanken gespielt habe mehr in Richtung Manga/Anime zu recherchieren, sind deine Anstöße sehr interessant. An Visual Novels hatte ich noch gar nicht gedacht, aber da ja komplexere VNs, wie Pheonix Wright, durchaus nicht unbeliebt sind, wäre das durchaus denkbar. Mit dem Programm Ren’Py könnte man da vielleicht was machen.

      Bei den Erklär-Manga kannte ich lange nur die englischen, aber gut, dass es die mittlerweile auch auf Deutsch gibt. Da lässt sich bestimmt was finden!

      Ich habe mittlerweile bei meiner Recherche das Gefühl, dass es auch etwas mehr über die Wirkungsweise über Manga/Anime bei deutschen Jugendlichen gibt als über Comics allgemein (Sind wohl im Anime-Boom vor einigen Jahren enstanden.).

      Natürlich gibt es einiges über Bildung und Comics im amerikanischen Bereich, nur leider auf amerikanisches Publikum bezogen, das kulturell anders mit dem Medium aufwächst. Da bin ich auch schon über Shaun Tan und Gene Yang gestolpert, die beide sehr gute Comics und auch Arbeiten dazu veröffentlicht haben. Da muss ich wohl mal schauen, was sich da auf das deutsche Publikum übertragen lässt. Ich werde auf jeden Fall versuchen Christina Blanch zu kontaktieren, danke!

  • David sagt:

    Hallo!

    Ich kenne mich zwar nicht so gut aus mit dem Thama, kann dir aber vielleicht ein paar Gedankenanstösse geben.

    Neulich musste ich eine Semesterarbeit über Comics schreiben. Bei der doch eher erschwerlichen Literaturrecherche kam ich per Mailingliste in den Kontakt mit einigen sehr interessanten Forschungspersönlichkeiten. Schreibe dich doch einmal hier (http://www.english.ufl.edu/comics/scholars/) ein und frag mal in die Welt der Comicforschung, ob die was kennen.

    Zudem: Kennst du das schon: http://annefrank.arte.tv/de/ – Find ich persönlich ein ganz schöner Ansatz von interaktivem Comic, welcher sicher auch pädagogisch einiges an Potenzial beinhaltet.

    LG D

    • Gurkensushi sagt:

      Und auch hier nochmal: Wow, so viele Links! :D. Dankeschön!

      Über ein paar davon bin ich schon einmal gestolpert, es ist aber viel neues dabei. Ich werde mich auf jeden Fall die Tage mal durcharbeiten. :).

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